“Musik um Gluck” – 31. Berchinger Sommerkonzert mit der Salzburger Hofmusik

BERCHING – Die Internationalen Gluckfestspiele vom 16. bis 23. Juli in Nürnberg wurden am Samstag in Berching im kleinen Rahmen fortgeführt.

Vorgestellt wurden eine neue Biographie des in Erasbach geborenen Tondichters sowie eine Originalhandschrift des Vaters von Christoph Willibald Gluck. Das 31. Berchinger Sommerkonzert mit der »Salzburger Hofmusik« (Leitung: Wolfgang Brunner) in der St. Lorenzkirche stand unter dem umfassenden Thema »Musik um Gluck«.

Und das Besondere des eher mäßig besuchten Konzerts war, dass die Interpreten Wolfgang Brunner und Birgit Heller-Meisenburg Originalinstrumente aus der Gluck‘schen Zeit wie den Hammerflügel und die Oboe da Caccia erklingen ließen. Das Instrumentaltrio ergänzte die Salzburgerin Cornelia Löscher (Violine), und das Ensemble komplettierte der Tenor Maximilian Kiener unter anderem mit »Klopstocks Oden und Lieder«, vertont von Gluck und Franz Schubert. Eröffnet wurde der sehr ansprechende musikalische Vortrag mit der Triosonate in F-Dur für Oboe, Violine und Klavier von Christoph Willibald Gluck. Beendet wurde er mit der Triosonate in g-moll. Als Zugabe durfte zum Schluss des Sommerkonzerts in dem fein gewürzten musikalischen Süppchen das Salz nicht fehlen, nämlich der »Reigen der seligen Geister« aus der weltberühmten Oper »Orpheus und Eurydike«. Dazwischen gab es feine Häppchen, zum Beispiel die Arie des Zipperleins »Ah welch vortrefflicher Wein« aus »Der bekehrte Trunkenbold«, mimisch sehr stark akzentuiert von Maximilian Kiener, der vor der Interpretation des Kunstliedes durch das Kirchenschiff wankte.

Tolle Akustik

Dann vielleicht die professionellste Leistung von Wolfgang Brunner, nämlich die zehn Variationen für Klavier über »Unser dummer Pöbel meint«, KV 455 von Wolfgang Amadeus Mozart, aus »Pilger von Mekka« von Christoph Willibald Gluck. Dabei holte der Initiator und Leiter der Salzburger Hofmusik aus dem Barockinstrument eine ungeahnte Fülle von Klangeindrücken heraus, welche die herausragende Akustik des Sakralbaus ins Kirchenschiff und bis in die letzten Reihen hinaustrug.

Neumarkter Nachrichten, 26.7.2010

↑ Top